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	<title>Selbstfürsorge Archiv - Körpersprache und Wirkungskompetenz für Führungskräfte, Manager, Politiker</title>
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	<description>Körpersprache und Wirkungskompetenz für Führungskräfte, Manager, Politiker</description>
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		<title>Wenn Selbstfürsorge zur Mauer wird</title>
		<link>https://www.matschnig.com/selbstfuersorge/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Monika]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 30 May 2025 12:57:08 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Psychologie]]></category>
		<category><![CDATA[Empathie]]></category>
		<category><![CDATA[Selbstfürsorge]]></category>
		<category><![CDATA[Selbstschutz]]></category>
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					<description><![CDATA[Steril statt empathisch?]]></description>
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<p class="wp-block-paragraph">Einst sagte mir ein guter Freund mit fester Stimme:</p>



<blockquote class="wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow">
<p class="wp-block-paragraph"><strong>„<em>Ich achte nur noch darauf, dass andere Menschen mir meine Stimmung nicht versauen.</em>“</strong></p>
</blockquote>



<p class="wp-block-paragraph">Ein Satz wie ein Schutzschild. Klar, bestimmt, scheinbar weise – und doch: Er hallte in mir nach, nicht nur wegen seiner Entschlossenheit, sondern auch wegen seiner Kälte.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Er klang nach <strong>Selbstfürsorge</strong>, ja – nach der Summe einiger unschönen Erfahrungen. Aber auch nach Rückzug, nach innerem Abschalten, nach einem Ich, das lieber Mauern errichtet als Brücken baut.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ja, psychische Gesundheit hat endlich ihren Platz im öffentlichen Bewusstsein gefunden und emotionale Abgrenzung ist verständlich – sie ist oft notwendig. Wer sich nicht schützt, geht unter. Doch wie jede Medizin birgt auch diese eine Überdosis: Wenn wir uns zu sehr schützen, nur auf uns fokussiert sind, verlieren wir den Zugang – nicht nur zu anderen, sondern auch zu uns selbst. Viktor Frankl sagt so treffend: „<em>Nur das kranke Auge sieht sich selbst.</em>“</p>



<h2 class="wp-block-heading">Wo endet gesunder Selbstschutz – und wo beginnt die emotionale Vereinsamung?</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Stellen wir uns folgende Szene vor: Eine Freundin sitzt vor dir, Tränen in den Augen, sie ringt um Worte. Wenn du dann innerlich sagst: „<em>Das lasse ich nicht an mich ran</em>“, was genau schützt du da? Deine Stimmung? Deinen Frieden? Oder vielleicht doch deine <a href="https://www.matschnig.com/angst-feind-freund/" target="_blank">Angst</a>, hilflos zu sein?</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das Leid des anderen wird dann nicht mehr als Einladung zum Mitfühlen gesehen, sondern als Störung, als Angriff auf das fragile Gleichgewicht des Ichs.<br><br><a href="https://www.matschnig.com/traurigkeit/">Traurigkeit</a>, <a href="https://www.matschnig.com/zorn/">Zorn</a>, Unsicherheit – sie werden zu Störgeräuschen in einem Leben, das nur noch Harmonie duldet. ABER: Wir alle erleben irgendwann mal Schmerz, Trauer und Leid. Wollen wir dann allein sein?</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das Leben ist keine Wohlfühlveranstaltung. Es ist roh, widersprüchlich, fordernd. Und echte Verbundenheit entsteht nicht dort, wo wir uns nur wohlfühlen – sondern dort, wo wir bleiben, obwohl es wehtut. Der Philosoph <strong>Martin Buber</strong> schrieb: <strong>„<em>Der Mensch wird am Du zum Ich.</em>“</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>Wir erkennen uns selbst nicht im Rückzug, sondern in der Begegnung. Im Du, das uns widerspiegelt, herausfordert, manchmal verletzt – und genau dadurch wachsen lässt.</em></p>



<p class="wp-block-paragraph">Wer sich permanent abschottet, verwechselt <a href="https://www.matschnig.com/mentalhygiene/">emotionale Hygiene</a> mit emotionaler Sterilität.<br>Beziehungen werden dann zu Transaktionen: „<em>Solange du meine Ruhe nicht störst, darfst du bleiben.</em>“ Doch echte Nähe ist nicht störungsfrei. Sie ist lebendig, unordentlich, manchmal überfordernd – und gerade deshalb tief.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Natürlich: Niemand muss zum seelischen Mülleimer für andere werden. Selbstfürsorge ist kein Egoismus, sondern Überlebensstrategie. Aber wenn der Schutz zur Mauer wird, zur Immunisierung gegen alles Menschliche – dann wird es gefährlich. Für uns. Für unsere Beziehungen. Für das, was uns im Innersten zusammenhält.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Drei Impulse für dein eigenes Nachdenken:</h2>



<ol start="1" class="wp-block-list">
<li><strong>Frage dich:</strong> Schütze ich mich – oder isoliere ich mich? Wo verläuft für dich die Grenze zwischen Selbstfürsorge und emotionaler Flucht?</li>



<li><strong>Beobachte dein Herz:</strong> Wann hast du zuletzt das Leid eines anderen wirklich zugelassen? Nicht repariert, nicht bewertet – einfach nur getragen?</li>



<li><strong>Neu denken:</strong> „<em>Ich achte darauf, dass ich offen bleibe – auch wenn es manchmal weh tut.</em>“ Wie fühlt sich das an?</li>
</ol>



<p class="wp-block-paragraph">Ihre Monika Matschnig<br>Expertin für Körpersprache, Wirkung und Performance</p>



<p class="has-small-font-size wp-block-paragraph"><em>Bild: TopVectors</em> <em>/ istockphoto.com</em></p>
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