Angst - Feind oder Freund

Mein Feind: Die Angst!

Oder doch mein Freund?

Hatten Sie schon eine Angststörung? Das chronische Gefühl der Beengtheit, der Beklemmung, des Zusammenschnürens der Kehle. Noch nicht? Ein Teufelskreis. Er zieht einen tief nach unten.  Hatten Sie noch keine Angststörung, dann steht die Chance gut, dass Sie noch eine einholt. Ungefähr jeder Dritte erlebt im Laufe des Lebens eine Angststörung. In Europa leiden rund 60 Millionen Menschen unter einer Angststörung, ungefähr zwölf Millionen sind es in Deutschland, Frauen sind deutlich häufiger betroffen als Männer. Angststörungen haben seit den Krisenjahr 2020 einen eindeutigen Anstieg.

Angst ist generell ein normales Gefühl und sinnvoll.

Angst rettet uns ständig das Leben, etwa wenn wir eine Straße überqueren und plötzlich zurückspringen, da ein Auto an uns vorbeirast. Wenn wir die dunklen Straßen entlanggehen. Uns an einem Geländer bei Sturm festhalten. Doch entgleist die Angst und wird sie zu einem krankhaften Zustand, dann spricht man von einer Angststörung. Dazu zählen Panikattacken, die plötzlich und mit voller Wucht plötzlich zuschlagen, soziale Phobien – Angst vor öffentlichen Plätzen -, spezifische Phobien – die Spinnen- oder Redeangst. Und sehr häufig verbreitet ist die generalisierte Angst. Ein diffuses Gefühl der Angst durchflutet permanent den Körper. Dieses Angstgefühl lässt sich nicht kontrollieren und schränkt den Alltag ein. Beschwerden wie Herzrasen, Verspannungen, Schlafprobleme, Magenprobleme, Schwindelgefühle, Konzentrationsprobleme, Gedankenflut usw. können Begleiterscheinungen sein. Das alles klingt übel.

Was aber macht uns Angst?

Der Psychologe Dr. Leo Windscheid spricht von 3 Variablen: Das Unbekannte, das Unkontrollierbare und das Außergewöhnliche. 1 Denken wir an das C-Virus: Es war unbekannt, unkontrollierbar und außergewöhnlich. Die Politik in Deutschland hat in der Corona-Krise ein gesellschaftliches Klima der Angst geschaffen. Angst ist hochgradig wirksam, wenn es darum geht einschneidende Verhaltensänderungen zu bewirken. Die Kollateralschäden werden nun sichtbar.

„Was man zu verstehen gelernt hat, fürchtet man nicht mehr.“
Marie Curie

Was ist die Lösung?

Die eine Lösung gibt es nicht. Angststörungen sind differenziert zu betrachten. Doch für jeden wartet seine individuelle Lösung.

1. Die Angst vor der Angst sollte besiegt werden

„Zwischen Reiz und Reaktion liegt ein Raum. In diesem Raum liegt die Macht unserer Wahl. In unserer Reaktion liegen unsere Entwicklung und unsere Freiheit.“, so Viktor Frankl. Taucht dieses fiese Gefühl auf (Reiz), dann liegt es an unserer Bewertung (Freiheit) und dementsprechend entwickelt sich die Angst zu einem gesunden Gefühl oder wird krankmachend. Wenn wir das Angstgefühl als schädlich bewerten, dann wird es auch Schaden zufügen. Wenn nicht, dann kann es sogar behilflich sein.  In einer Studie von Alison Brooks mussten 300 Menschen ein Lied vor Publikum singen. Die Hälfte der Gruppe sollte sich selbst sagen „Ich bin ängstlich“ und die andere Gruppe musste sich sagen „Ich bin aufgeregt“. Die Änderung eines Wortes hatte einen verblüffenden Effekt: Die Gruppe der „Aufgeregten“ empfanden die Angst als einen Motivationsschub. Die Gruppe der „Ängstlichen“ als pure Angst.  Die Angstreaktionen waren in beiden Gruppen gleich, doch das Empfinden war ein anderes. ² Wir können somit lernen die die Angst als Quelle der positiven Energie zu nutzen.

2. Sich mit der Angst konfrontieren

Wir lenken uns oft ab, um der Angst zu entgehen. Doch das Angstgefühl schiebt sich immer wieder nach vorne, wie einen Ball, den wir versuchen unters Wasser zu drücken. Was bleibt, ist die Sorge um die Angst. Der Psychologe Prof. Jürgen Margraf rät den Mut aufzubringen sich direkt mit der Angst zu konfrontieren. Angenommen wir sorgen uns, dass uns der Partner irgendwann verlässt. Dann sollten Sie tief in diese Vorstellung einsteigen und sich der beängstigenden Vorstellungen direkt und massiv aussetzen. Wenn Sie die Angst wirklich fühlen, dann werden Sie bemerken, dass die Angst abflacht, das Sorgenkarussell wird beendet. Die Kunst dabei ist es, das Gefühl der Angst wahrzunehmen, ohne es zu bewerten. Angst fühlen, ohne Angst vor der Angst haben. Das kann am Anfang sehr unangenehmen sein, hilft aber, da wir lernen „Ängste kommen und gehen.“ Professionelle Unterstützung kann hierbei eine wahre Erleichterung sein.

3. Ängste hinterfragen

Hilfreich ist es die Ängste genauer zu beleuchten. Stellen Sie sich Fragen wie „Was genau fürchte ich?“, „Wie realistisch ist es, dass diese Befürchtungen zutreffen?“, „Was wäre das schlimmste Szenario und wie wahrscheinlich ist es?“. Bearbeiten Sie diese Fragen auch gerne schriftlich. Ziel ist es, den Gedanken das „Ohnmachtsgefühl“ zu nehmen und das Gefühl „Ich bin Herr meiner selbst“ zu stärken.

4. Sich in Gelassenheit üben

Die Angst vor der Angst erhöht die Angst. Umso stärker wir auf die kleinsten Symptome achten, desto massiver tritt das Gefühl in den Vordergrund. Treten Sie dem entschieden entgegen. Meditationen, sportliche Aktivitäten, Musik hören, Treffen mit Freunden bieten eine Ablenkung von der permanenten Selbstbeobachtung.

Angst hat seinen Sinn. Angst sichert uns das Überleben. Doch ein Zuviel macht das Leben grau und nicht bunt. Deshalb lassen Sie sich selbst nicht alles von Ihrem Körper gefallen. Nehmen Sie das Steuer Ihres Lebens in die Hand.

Viel Erfolg!

Ihre Monika Matschnig,
Expertin für Körpersprache und Wirkungskompetenz

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1 Windscheid, L.: Besser fühlen, Rohwolt Polaris, 12. Aufl., 2022..
2 Brooks: Get Excited – Reappraising Pre-Performance anxiety as Excitement, Journal of Experimental Psychology: General, 2014.

Bildnachweis: Anna Leskinen / istockphoto.com

Monika Matschnig
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