Vernichtende Gefühle – Teil 3: Traurigkeit

Traurigkeit

Sich unglücklich fühlen

Der Begriff Traurigkeit beschreibt eine negative, gedrückte Grundstimmung, die meist eine akute Ursache in Form eines betrüblichen oder entmutigenden Ereignisses hat. Häufig tritt sie in Verbindung mit fehlendem Antrieb, Erschöpfung oder psychosomatischen Beschwerden wie Magen-Darm-Störungen auf. Eine Beschreibung, der wir wohl alle beipflichten können.

Denken Sie an Ihren ersten richtigen Liebeskummer, als Sie tagelang nichts essen konnten, oder an den ersten tragischen Verlust einer Ihnen nahestehenden Person. An das Gefühl der völligen Kraftlosigkeit, das Sie damals empfunden haben. Nicht umsonst spricht man von lähmender Trauer.

Aber Phasen von Traurigkeit gehören nun mal – ebenso wie die Ereignisse, die sie auslösen – zu einem normalen Leben. Sich in solchen Situationen traurig und niedergeschlagen zu fühlen, ist in keinster Weise bedenklich, sondern zeugt vielmehr von der Fähigkeit, sich seelisch mit etwas auseinanderzusetzen. Der natürliche Prozess dieser Auseinandersetzung führt im Normalfall von alleine zu einer Verarbeitung der Trauer.

Auf der anderen Seite kann Traurigkeit aber auch die Lebensfreude nachhaltig beeinträchtigen und sogar zu einer Lebenskrise führen. Dann nämlich, wenn sie scheinbar unbegründet auftritt und sehr lange anhält. Eine solche so genannte fehlgeleitete Traurigkeit kann ein Hinweis auf eine ernste psychische Störung, wie z.B. eine Depression, sein.

Traurigkeit und Frust

Eine harmlose Variante unbegründeter Traurigkeit ist das neuzeitliche Phänomen des Frusts: Ein generelles Gefühl der Unzufriedenheit, dem keine bestimmte oder singuläre Ursache zugeordnet werden kann, das aber häufig ähnliche Symptome mit sich bringt wie Trauer oder Traurigkeit.

Sind wir »gefrustet«, fühlen wir uns schlapp und unmotiviert, häufig auch überarbeitet oder ausgebrannt. Ein Gemütszustand, der teuer werden kann, wie kürzlich eine wissenschaftliche Studie belegte, die dem Phänomen des legendären »Frust-Shoppings« auf den Grund ging. Das Ergebnis: Tatsächlich stieg bei den Testpersonen, die im Vorfeld einen traurigen Film gesehen hatten, die Bereitschaft, Geld auszugeben und etwas zu kaufen – im Gegensatz zu den Probanden, die eine lustige Filmszene bzw. eine sachliche Dokumentation zu sehen bekommen hatten.

Eine mögliche Erklärung für diesen Befund: Traurige Menschen streben nach Veränderung. Die Traurigkeit führt dazu, dass sie etwas in ihrem Leben ändern wollen – zum Beispiel, indem sie etwas kaufen. Auch wenn dies oft ein klassischer Trugschluss ist.

Ihre Monika Matschnig,
Expertin für Körpersprache, Wirkung und Performance

Bild: gst / Shutterstock.com


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