Trennung

Trennung und was sie mit uns macht

Wenn plötzlich alles zerbricht

Es kam gefühlt aus dem Nichts. Kein langsames Entfernen, kein inneres Vorwarnsystem. Ein Gespräch, ein Satz, ein Moment – und von einem Tag auf den anderen ist alles anders. Was gestern noch selbstverständlich war, liegt heute wie ein Scherbenhaufen vor Ihnen. Gemeinsame Rituale, Zukunftsbilder, Verlässlichkeit. Alles weg. Viele beschreiben diesen Moment wie ein inneres Erdbeben: Das Leben steht noch, aber nichts ist mehr dort, wo es einmal war.

Trennung ist kein gewöhnlicher Kummer, sondern ein massiver Ausnahmezustand. Bindung gibt Halt, Struktur und Identität. Fällt sie plötzlich weg, reagiert der Mensch auf allen Ebenen – kognitiv, emotional und körperlich. Das erklärt, warum Sie sich vielleicht fremd vorkommen oder „nicht mehr funktionieren wie früher“.

Typische innere Reaktionen sind:

  • ein Gefühl von innerer Leere oder permanenter Unruhe
  • Gedankenschleifen und das quälende Bedürfnis nach Erklärungen
  • Schlafstörungen, Appetitveränderungen oder körperliche Erschöpfung
  • emotionale Wechsel zwischen Trauer, Wut, Schuld und Sehnsucht

Viele sagen in dieser Phase: „Ich erkenne mich selbst nicht wieder.“ Genau das ist normal. Ein zentraler innerer Anker ist weg. Der innere Kompass dreht sich. Orientierung geht verloren.

Warum sich eine Trennung oft so endgültig und existenziell anfühlt, hat einen tieferen Grund. Sie betrifft nicht nur die aktuelle Beziehung, sondern berührt häufig alte Bindungserfahrungen. Frühere Verluste, alte Ängste und unbewusste Muster werden aktiviert.

Gleichzeitig arbeiten drei Kräfte gegeneinander:

  • Der Verstand will verstehen.
  • Das Herz will festhalten.
  • Der Körper will Sicherheit.

Dieses innere Ziehen in verschiedene Richtungen kostet enorm viel Energie. Erschöpfung ist daher kein Zeichen von Schwäche, sondern eine logische Folge.

Viele versuchen, diese Phase allein zu bewältigen. Stark zu bleiben, sich zusammenzureißen, weiter zu funktionieren. Das wirkt kontrolliert, ist innerlich aber oft sehr einsam. Heilung entsteht selten im Alleingang. Menschen regulieren sich über Beziehung und Resonanz. Ein Gegenüber hilft, Gedanken zu sortieren und Gefühle auszuhalten, ohne sie zu bewerten oder zu relativieren.

Professionelle Unterstützung kann genau hier entlasten. Sie bedeutet nicht, dass mit Ihnen etwas nicht stimmt, sondern dass Sie Verantwortung für sich übernehmen. In einem geschützten und vertrauensvollen Rahmen dürfen alle Themen Platz haben:

  • Trauer und Enttäuschung
  • Wut und Vorwürfe
  • Schuldgefühle und Selbstzweifel
  • Angst vor dem Alleinsein
  • die Frage nach dem eigenen Wert

Jedes Gespräch bleibt vertraulich. Nichts wird gegen Sie verwendet. Es geht nicht um schnelle Lösungen, sondern um Stabilisierung und Klarheit.

Der Weg aus einer Trennung heraus ist kein gerader. Er verläuft in Etappen. Drei Schritte bringen Sie weiter:

  • Stabilisieren: Erst das Nervensystem beruhigen, bevor große Entscheidungen getroffen werden.
  • Verstehen: Klären, was tatsächlich zerbrochen ist – und was davon wirklich zu Ihnen gehört.
  • Neu ausrichten: Langsam wieder ein Gefühl für sich selbst entwickeln, jenseits der Beziehung.

Trennungen zerstören nicht nur. Sie legen auch offen, wo man sich angepasst, verloren oder zu lange gehalten hat. Das ist schmerzhaft. Und zugleich ehrlich. Wie nach einem Sturm sichern Sie zuerst das Fundament, dann räumen Sie auf. Irgendwann öffnen Sie wieder ein Fenster. Sie müssen diesen Weg nicht perfekt gehen. Und Sie müssen ihn nicht alleine gehen. Und es beginnt etwas Neues – langsam und leise. Und irgendwann kommt der Punkt, indem Sie dankbar auf die Liebe zurückblicken.

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Ihre Monika Matschnig,
Diplom-Psychologin, Systemischer Coach und sinn- und wertorientierte Begleitung (DGL® Logotherapie)

Monika Matschnig
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