Der selbstgemachte Feind

Selbstzweifel - der selbstgemachte Feind

Selbstzweifel und wie Sie sie beheben können

Wir kennen unsere Unsicherheiten, wir wissen um ihre Ursachen und Quellen und dass sie ein Teil von uns sind und kein Grund, sich selbst weniger zu mögen. Trotzdem wäre es schön, wenn wir unsere Selbstzweifel loswerden oder zumindest auf ein Mindestmaß eindämmen könnten. Aber wie? Mit einem einfachen Zauberwort: Konfrontation! Oder anders gesagt: Sehen Sie Ihren kleinen selbstgemachten Feinden von Angesicht zu Angesicht in die Augen und stellen Sie sich dem »Kampf«. Sie können nur gewinnen.

Natürlich ist es im ersten Moment einfacher und vor allem angenehmer, sich in Resignation zu üben und sich zu sagen, dass man eben damit leben müsse, nicht so hübsch, talentiert oder eloquent zu sein. Einen Fortschritt erzielen Sie auf diese Wiese aber nicht. Denn auch wenn Sie den akuten Gedanken wegschieben, sitzt der Stachel der Unsicherheit weiterhin in Ihrem Inneren und piekst bei der nächsten Gelegenheit aufs Neue. Nur eines hilft wirklich: Zange her und Stachel ziehen! In der Übersetzung: Stellen Sie sich Ihren Unsicherheiten und Zweifeln!

Gehen Sie nicht nur deren Ursprüngen auf den Grund, sondern – was viel wichtiger ist – deren Daseinsberechtigung. Hinterfragen Sie den Sinn bzw. Sinnlosigkeit Ihrer Selbstvertrauenslücken. Höchstwahrscheinlich werden Sie dabei eine verblüffende Entdeckung machen. Denn jeder Selbstzweifel ist entweder völlig unbegründet und lediglich ein absolut subjektives Eigenprodukt unserer Gedanken. Oder er erscheint bei näherer Betrachtung weit weniger dramatisch als befürchtet und lässt sich vermutlich leicht beheben.

Beispiel 1: Persönliche Unsicherheiten

Wir alle können nicht umhin, uns in den verschiedensten Lebenssituationen Gedanken darüber zu machen, was andere wohl über uns denken, ob sie uns sympathisch finden oder nicht und wie wir auf die Menschen in unserer Umgebung wirken. Ein gewisses Maß solcher Gedanken ist völlig normal. Wenn Sie jedoch im Umgang mit anderen nur noch über Ihre Außenwirkung nachdenken und sich deswegen unsicher fühlen, erreichen Sie das Gegenteil von dem, was Sie eigentlich wollen. Sie wirken verkrampft und unnatürlich.

Was Sie dagegen tun können? Für den Fall, dass es Ihnen wirklich so enorm wichtig ist, was andere denken, fragen Sie Ihre Freunde oder Bekannten – Menschen also, denen Sie vertrauen und die Sie gut kennen. Lassen Sie sich von ihnen einen Einblick geben, wie Sie nach außen wirken. Vermitteln Sie nach Meinung Ihrer Vertrauten einen eher schüchternen Eindruck, würden aber gerne selbstbewusster wirken, versuchen Sie ein wenig aus sich raus zu gehen – und umgekehrt. Sind Sie mit Ihrem Fremdbild zufrieden, werden Sie von da an sowieso selbstbewusster auftreten, weil Sie sich um Ihre Wirkung keine Gedanken mehr machen müssen.

Am besten wäre es, Sie würden erst gar nicht so viel Gewicht darauf legen, was andere Menschen von Ihnen denken. Natürlich wollen wir alle einen guten und sympathischen Eindruck vermitteln, aber eigentlich können Sie davon ausgehen, dass Sie es merken, wenn das bei Ihnen nicht der Fall wäre. Viel mehr kommt es aber darauf an, dass Sie mit sich im Reinen und mit sich zufrieden sind, und dass Sie sich so akzeptieren, wie Sie sind. Mit dieser Einstellung erzielen Sie nämlich die beste Wirkung auf andere: eine natürliche und authentische Ausstrahlung. Kein Wunder also, dass jene Menschen, die wir als besonders selbstbewusst empfinden, sehr unabhängig von der Meinung ihrer Mitmenschen sind und sich auch von temporären Strömungen, Trends und Moden selten mitreißen lassen.

Beispiel 2: Selbstzweifel im Job

»Das schaffe ich nicht.« »Ich bin den Anforderungen nicht gewachsen.« »Ich bringe nicht genügend Leistung.« Kommen Ihnen solche Gedanken bekannt vor?

In kaum einem Bereich unseres täglichen Lebens begleiten uns so viele Unsicherheiten wie im Job. Kein Wunder: Fast immer sind wir einer Wettbewerbssituation ausgesetzt. Immer wieder werden wir mit neuen Aufgaben und Herausforderungen konfrontiert, die wir meistern müssen. Und ständig haben wir das Gefühl, immer die optimale Leistung erbringen zu müssen, um nicht gegen kompetentere Anwärter ausgetauscht zu werden.

Das Problem ist nur: Je mehr wir es zulassen, dass unsere Selbstzweifel in Bezug auf unsere fachlichen Fähigkeiten an uns nagen, desto mehr bremsen sie uns aus. Ein mentaler Teufelskreis sozusagen, der dazu führt, dass wir tatsächlich an Handlungsfähigkeit einbüßen.

Die Alternative: Machen Sie eine Bestandaufnahme. Überlegen Sie, wo Sie selbst Ihre beruflichen Stärken sehen und notieren Sie diese. Halten Sie die Gründe fest, was Sie für diesen Job qualifiziert. Um diese subjektive Sicht zu ergänzen, erweitern Sie Ihren Befragungskreis und »interviewen« Sie Kollegen und Vorgesetzte.

Meistens ist es gerade diese objektive Außensicht, die uns fehlt, und ohne die, subjektive Selbstzweifel entstehen können. Den Beweis dafür werden Ihnen die Antworten Ihrer »Mit-Arbeiter« liefern. Bestimmt kommen dabei Stärken und vielleicht auch Schwächen zum Vorschein, die Ihnen nicht bewusst waren. Sicher ist jedoch eines: Vor Ihnen liegt schließlich schwarz auf weiß eine Bestandsaufnahme Ihrer beruflichen Fähigkeiten, Talente und Defizite. Fakten, die keinen Raum mehr lassen für unbegründete Zweifel oder Unsicherheiten, denn nun können Sie Folgendes tun: Wenn Sie festgestellt haben, dass Ihre Qualifikationen und Fertigkeiten den Anforderungen Ihres Jobs absolut gerecht werden, dann lassen Sie Ihre Zweifel künftig zu Hause und nehmen neue Aufgaben als interessante Herausforderung an. Schließlich wissen Sie jetzt, dass Sie es können.

Vielleicht hat Ihre kleine Umfrage aber auch ergeben, dass Ihre Stärken nicht den Anforderungen Ihres Berufs entsprechen. Dann nutzen Sie diese einmalige Chance zum Umdenken. Das heißt nämlich nicht, dass Sie nicht gut genug sind, sondern lediglich, dass Sie im falschen Beruf stecken. Eine Erkenntnis, die Sie auf dem Weg in ein zufriedenes Leben ein ganzes Stück weiterbringt.

Beispiel 3: Selbstzweifel in der Partnerschaft

Nicht wenigen Menschen fällt es schwer zu glauben, dass jemand sie genau so liebt, wie sie sind. Geht Ihnen das auch manchmal so? Zweifeln Sie auch in bestimmten Situationen an der Stabilität Ihrer Beziehung oder daran, dass Ihr Partner wirklich glücklich mit Ihnen ist? Wenn ja, dann gehen Sie diesen Fragen doch einfach auf den Grund und sprechen Sie sie aus! Natürlich nicht in Form von getarnten Vorwürfen à la »Du liebst mich doch gar nicht wirklich, oder?«. Gehen Sie das Ganze konstruktiv an. »Gibt es etwas, das du in unserer Beziehung gerne verändern würdest?« »Gibt es Eigenschaften an mir, die dich stören?« »Bist du glücklich mit mir?« Wenn Sie Ihrem Partner in einer entspannten Situation beziehungstechnisch ein wenig »auf den Zahn fühlen«, gibt es eigentlich keinen Grund, warum er Ihnen nicht offen und ehrlich antworten sollte. Das Ergebnis: Sie wissen, wie der andere tickt und was er braucht, können sich seiner Gefühle sicher sein und gemeinsam an eventuellen Problemen arbeiten. Zweifel ade.

Bild: Incredible_movements / Shutterstock.com


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