Wir wirken immer und überall

Wirkung ist Kommunikation

„All the world’s a stage, and all the men and women merely players.“
William Shakespeare

Wirkung ist Kommunikation. Spätestens seit Paul Watzlawick wissen wir: Wir können nicht nicht kommunizieren. Was immer wir tun, ob wir reden, schweigen, lachen oder weinen, ob wir bei einem Termin anwesend sind oder ihm fernbleiben, ob wir eine Seidenkrawatte tragen oder einen Vollbart, stets sagen wir damit etwas aus. Ob es uns passt oder nicht. Deshalb kann uns auch unsere Wirkung nie egal sein. Andere Menschen deuten sie und ziehen ihre Schlüsse aus ihr. Wer möchte als Partner, Freund, Mitarbeiter, Chef, Politiker, Mutter oder Lehrer schon permanent falsch verstanden werden?

Meine Wirkung ist Teil einer sozialen Interaktion. Es gehören also mindestens zwei dazu, wie beim Tango.

Wenn zwei Menschen aufeinandertreffen, tauschen sie bewusst und unbewusst Informationen übereinander aus. Ganz direkt durch Sprache natürlich, aber auch nonverbal durch Gestik, Mimik, Haltung. Diese Informationsquellen deutet das Gegenüber, und es greift dabei auf Erfahrungen und Klischeevorstellungen zurück.

Was ist das für ein Mensch?
Kann ich ihm trauen?
Was sind seine Erwartungen?
Welche Absichten hegt er?

In den Kopf unseres Gegenübers können wir nicht schauen, um unsere Interpretationen zu bestätigen. Wir können nur seinen Worten zuhören und all die kleinen und großen Signale beobachten, die er aussendet. Diese Eindrücke machen in ihrer Gesamtheit seine Wirkung auf uns aus. Unserem Gegenüber geht es genauso. Er oder sie kann sich ebenfalls nur auf seine Interpretationen verlassen.

Drücke ich mich richtig aus?
Werde ich verstanden?
Hinterlasse ich den Eindruck, den ich erzielen will?

Es geht darum, das gegenwärtige und zukünftige Verhalten vorherzusagen. Und es geht vor allem darum, die Deutung der Situation und damit das Verhalten des Gegenübers zu kontrollieren, wie Erving Goffman anmerkte. Dies hört sich nach Manipulation an, im Prinzip handelt es sich aber um eine gelungene Kommunikation. Jede Seite will von der anderen verstanden werden. Jede Seite hat ihre Motive. Nicht immer will man diese offenlegen. Und nicht immer ist es schlau, sie zu verbergen.

Verbale Äußerungen sind für den amerikanischen Soziologen Erving Goffman relativ leicht kontrollierbare Aspekte des Verhaltens. Man kann seine Worte bewusst wählen, auf eine angemessene Betonung achten, Rhetorik einsetzen. Weniger gut kontrollierbar für den Einzelnen sind die nonverbalen Signale, die wir ausstrahlen. Unser Gegenüber überprüfe unsere Aussagen deshalb in der Regel anhand der beobachteten Körpersignale, unserer Ausstrahlung also. Eben weil er vermutet, dass der Sprecher sie weniger kontrollieren könne und sie daher glaubwürdiger seien. Der andere weiß dies natürlich und bemüht sich, seine nonverbale Kommunikation anzupassen. Goffman beschrieb diese grundlegenden Gesetze sozialer Kommunikation sehr anschaulich und deutete sie. Mit seinem Werk „Wir alle spielen Theater“ prägte er Ende der 50er Jahre unsere Vorstellung, dass wir im Alltag Rollen einnehmen und Selbstdarstellung betreiben.

Zum Nachdenken: Jeder von Ihnen übt tagtäglich in unterschiedliche Rollen. Welche sind das und wie füllen Sie diese aus? Wie wirken Sie? Kommt Ihre Ausdrucksstärke beim Gegenüber an? Denken Sie mal darüber nach und tanzen Sie auf Ihren Bühnen des Lebens.

Ihre Monika Matschnig

Expertin für Körpersprache, Wirkung und Performance

Bild: igor malovic / Shutterstock.com


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