Die Schönheit des Verlustes

Die Schönheit des Verlustes

Wir „verlieren“ immer!

Susanne (Name geändert) investierte ihr Herz und ihre Seele in den Konzern, dem sie sich verschrieben hatte. Mit unerschütterlicher Hingabe verfolgte sie ihre Ziele, leitete Projekte, formte Teams und stand stets im Austausch mit dem Vorstand. Nach mehr als einem Jahrzehnt der Loyalität und Leidenschaft, fand sie sich plötzlich außerhalb der Unternehmensmauern wieder – ohne Dankbarkeit, ohne Anerkennung ihrer Beiträge. Einfach abgeschoben. Der Verlust ihrer beruflichen Identität und die entstandene Distanz zu einem Lebensabschnitt hinterließen eine Wunde. Ich begleitete Susanne durch diese schwierige Phase. Wir entwickelten einen Weg, der die Wunde in eine Narbe verwandelte und sie betrachtetet nun die Schönheit des Verlustes. Diesen Weg möchte ich gerne mit Ihnen teilen, denn jeder von uns wird mit Verlust konfrontiert.

Schritt 1: Konfrontation mit der Realität

Zunächst war es für Susanne wichtig, den Schmerz des Verlustes zu akzeptieren. Der erste Schritt zur Genesung bestand darin, den Verlust zu betrachten und die Gefühle der Trauer zuzulassen. Es ist menschlich, Trauer Raum zu geben. Trauer braucht Raum! „Ich habe alles gegeben und nichts zurückbekommen“, ist ein Gedanke, der die eigene Handlungsfähigkeit einschränkt. Nach einer gesunden Phase des Trauerns, erkannte Susanne, dass mit dem Lamentieren keine Veränderung einhergeht, sondern dass Sie sich aus diesen Zügeln befreien möchte, um in die Selbstwirksamkeit zu kommen.

Schritt 2: Wertvolles erkennen und bewahren

Im zweiten Schritt machte ich mit Susanna eine „Schatzsuche“. 12 Jahren, sind eine lange Zeit, in der vieles gedreht, gehoben und bewegt wurde.  All das hätte auch anders sein können. Sie hatte die Aufgabe, nicht auf den Verlust, sondern auf das Gelungene zu blicken. Jedes Projekt, jede Herausforderung und jeder Erfolg war ein Beweis ihrer Stärke und ihres Engagements. Diese positiven Erfahrungen und Errungenschaften waren Schätze, die es zu bewahren galt. Durch das Bewusstmachen und Wertschätzen dieser Momente fand Susanne zurück zu einem Gefühl der Zufriedenheit und Dankbarkeit. Sie lernte, dass wahres Glück nicht von äußerer Anerkennung abhängt, sondern von der Fähigkeit, den Wert des eigenen Handelns zu erkennen und zu schätzen. Sie entwickelte eine virtuelle Collage, die eine breite Fülle an Gelungenem darstellte. Susannes Blick wandelte sich in Zufriedenheit.

„In der Tiefe der Hoffnungen und Wünsche liegt das stille Wissen um das Unvergängliche.“

Khalil Gibran

Schritt 3: Neubewertung und Akzeptanz

Der entscheidende dritte Schritt war ein Perspektivwechsel, der Susanne half, den Verlust in einem anderen Licht zu sehen. Das Leben ist voller Herausforderungen und Verluste sind ein natürlicher Teil davon. Doch gerade in diesen Verlusten liegt eine verborgene Schönheit. „Zu einem Verlust kommt es nur, wenn wir etwas Wertvolles verloren haben. Anders ausgedrückt: Zu einem Verlust kommt es nur, wenn zuvor etwas Wertvolles ins Leben hineingelangt ist … Niemals könnte etwas „Verlust“ für jemanden sein, hätte daran keine Herzensbindung bestanden.“, so Elisabeth Lukas in Ihrem Büchlein Verlust und Gewinn. Der Satz von Elisabeth Lukas, „Zu einem Verlust kommt es nur, wenn wir etwas Wertvolles verloren haben“, wurde zu einem Leitmotiv für Susannes neuen Blickwinkel. Dieser Perspektivwechsel ermöglichte es ihr, Dankbarkeit für das Vergangene zu empfinden. Eine Liebe kann einem niemand mehr nehmen. Wir tragen sie für immer in unserem Herzen.

Wir „verlieren“ immer: Geliebte Dinge, den Job, Liebe, einen Menschen. Das ist das Wesen des Lebens. Verluste, so schmerzhaft sie auch sein mögen, sind Zeugnisse der Liebe und des Wertes, den wir Dingen und Menschen beimessen. Sie lehren uns, das Vergangene zu schätzen und das Gegenwärtige mit offenem Herzen zu umarmen. Denn wie Susanne feststellte, kann uns wahre Liebe niemand nehmen. Sie bleibt für immer ein Teil unseres Wesens, ein kostbares Gut, das wir in unseren Herzen bewahren.

Ihre Monika Matschnig,
Expertin für Körpersprache, Wirkung und Performance

Bild von rawpixel.com auf Freepik

Monika Matschnig
Wirkung. Immer. Überall.
Jahnweg 7
D-85375 Neufahrn bei Freising
Mobil: +49.(0)163.554 2723
Büro: +49.(0)1520.575 4211
info@matschnig.com
www.matschnig.com
Newsletter