Die Mär der Authentizität

die Mär der Authentizität

„Be a fake version of yourself, if possible, the best one!”
Monika Matschnig

Hinter dem Wunsch nach Authentizität verbirgt sich nach Ansicht des Strategieberaters Jan Hiesserich und der Wirtschaftsjournalistin Ursula Weidenfeld die Sehnsucht nach Ehrlichkeit und Charakterstärke. Die beiden warnen davor, im Berufsleben und anderswo um jeden Preis authentisch sein zu wollen. Darauf zu vertrauen, dass die Besinnung auf das „Unverfälschte“ den Erfolg verspreche, sei fahrlässig. Wie auch andere Kritiker des Authentizitäts-Dogmas empfehlen sie, auf die Vorteile des Rollenkonzepts zu vertrauen. Auf den bewussten Umgang mit der jeweiligen Rolle, die wir erfüllen, kommt es an. Angestellte verkaufen sich nicht mit Leib und Seele ihrem Arbeitgeber, selbst wenn manche Chefs das gerne sehen würden.

Gerade wer auf seine Individualität Wert legt, sollte sich bewusst machen, dass er täglich viele Rollen einnimmt. Als Lehrer, Managerin oder Zirkusclown zu arbeiten ist nur eine Rolle unter vielen. Offenbare ich zum Beispiel im Job zu viel von mir und meinem Innenleben, laufe ich Gefahr, verletzt zu werden. Mein hoher Anspruch an mich selbst – Gefühle ungefiltert zeigen, komme was wolle – lässt mich scheitern. Ich werde enttäuscht, weil die Bestätigung durch Mitarbeiter und Kollegen ausbleibt.

In vielen Unternehmen hat man Authentizität daher längst viel pragmatischer definiert. Als Wunscheigenschaft steht sie ganz oben in den Anforderungsprofilen für Führungskräfte. Doch verbindet man mit ihr kaum das Ausleben der individuellen Eigenheiten, sondern Aspekte wie Vorbild sein, glaubwürdiges Agieren und klares Kommunizieren.

Authentisch ist eine Führungskraft dann, wenn sie vorlebt, was sie predigt. Wenn sie positive Werte wie Fairness, Offenheit und Respekt verkörpert.

Seien wir also nicht so hart zu uns. Betrachten wir Authentizität entspannter. Bei ihr geht es um Stimmigkeit. Passen Außen und Innen zusammen? Wenn wir das ausstrahlen, was andere in uns sehen, dann gelten wir als authentischer Charakter. Wir müssen den Erwartungen der anderen gerecht werden! Unsere Wirkung ist es, die zählt.

Ihre Monika Matschnig

Expertin für Körpersprache, Wirkung und Performance

Bild: Digital Bazaar / Shutterstock.com


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