3 Bedürfnisse eines Menschen

Die Krisenstraße

„Hier sind schon die Zahlen, Chef.“
 „Ok, aber da fehlt noch eine!“

„Schatz, ich war beim Friseur.“
„Ach ja, genau.“

„Ich habe das Auto gewaschen.“
„Du weißt ja, mir ist es egal wie es aussieht, Hauptsache es fährt.“

So oder ähnlich hören wir es oft.

Doch sind wir mit diesen Antworten zufrieden? Hand aufs Herz. Nein, meistens nicht. Im Gegenteil. Häufig schwingt ein schaler Beigeschmack mit. Was erwartet jemand bei solchen Aussagen? Er möchte wertgeschätzt, gesehen und anerkannt werden. Jeder Mensch möchte das. Egal, ob in der Familie, in der Partnerschaft, im Beruf, bei Freunden. Aber häufig erhalten wir nicht die gewünschte Wertschätzung. Auf Dauer ist es verletzend, demotivierend und führt zu Konflikten.

Wie klingt es für Sie, wenn der Chef sagen würde: „Hut ab, was Sie in dieser Zeit alles auf die Beine gestellt haben. Eine kleine Bitte hätte ich noch. Könnten Sie bitte noch eine Zahl ergänzen?“
Oder der Partner antwortet: „Wow, du siehst richtig gut aus.“ „Toll, das Auto glänzt mit Sicherheit wieder.“ Das tut gut! Wir fühlen uns geschätzt, gesehen und anerkannt. Das Allerwichtigste aber ist, dass vieles dadurch als sinnvoll angesehen wird. Worauf sollten Sie achten?

Kommunizieren wir, dann steckt hinter einer Aussage häufig ein Bedürfnis. Wir sollten lernen, auf der Beziehungsebene – also die Zwischentöne – zu hören.

Fragen Sie sich häufiger: Was steckt hinter der Botschaft?

Reagieren Sie nicht immer auf die Aussage bzw. die Inhaltsebene, sondern auf der Beziehungsebene. Angenommen der Mann kocht, die Frau hebt den Kochtopfdeckel hoch und sagt: „Was ist das?“ und der Mann antwortet: „Keine Angst, ich will dich schon nicht vergiften.“  Dahinter steckt die Botschaft: Schau was ich kann. Nun wäre es klug, wenn die Frau reagieren würde mit: „Wow, darauf bin ich gespannt. Ist sich lecker.“ Wie aber reagieren wir? Mit einem unangenehmen Unterton antwortet die Frau: „Sorry, man darf ja noch fragen.“ Das Ergebnis ist ein vollkommen anderes und die Konfliktwolken werden größer.

Dr. phil. Peter Suchla spricht von 3 Beziehungsbotschaften die häufig mitschwingen:

  1. Schau, was ich kann.
  2. Schau, wie schön ich bin.
  3. Schau, wie gut ich bin.

Auf diese indirekten Aussagen sollten wir reagieren. Der Psychologe und Psychotherapeut ist davon überzeugt, dass 80 % der Streitfälle wegfallen, wenn wir diese 3 Bedürfnisse hören und darauf reagieren.

Jetzt kommt vielleicht der Einwurf: „Aber damit machen wir uns von anderen abhängig!“ Ja, stimmt. Das Ideal wäre: Ich sage es mir selbst! Wie schön, gut und toll ich bin. Es ist die Lehre des Buddhismus. Doch für unsere Gesellschaft wäre dieser Ansatz zu rigoros. Wir sind soziale Geschöpfe und auf andere angewiesen. Wir müssen nicht alles alleine können, sondern von anderen auch empfangen. Jeder brennt mit der Zeit aus, wenn er nicht zu hören bekommt, wie gut, schön und toll er ist. Für 81 % der Berufstätigen ist wertschätzendes Verhalten ihres Vorgesetzten wichtig, so eine Studie von pronova BKK im Jahre 2020. Und die meisten Führungskräfte bekommen diesbezüglich gerade mal ein befriedigend.

Doch fangen wir selbst damit an. Hören Sie die 3 Bedürfnisse bei Ihrem Gegenüber und reagieren Sie positiv. Und es dauert nicht lange, bis wir dadurch einen Schneeballeffekt in Gang bringen. Das was du aussendest, kehrt nämlich zu dir zurück.

Ihre Monika Matschnig,
Expertin für Körpersprache, Wirkung und Performance


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