LMAA – Lächle mehr als andere!

7 hilfreiche Tipps für eine nonverbale charismatische Ausstrahlung

Hilfreiche Tipps für eine nonverbale charismatische Ausstrahlung

1. Zeigen Sie Haltung!

Die Haltung drückt aus, in welcher Verfassung Sie sich befinden und wie Sie zu Ihrem Gesprächspartner stehen. Selbstsicherheit strahlen Sie durch einen sicheren Stand aus, bei dem beide Füße in Beckenbreite stehen und das Brustbein angehobenen ist. So vermitteln Sie eine gute» Bodenhaftung « und signalisieren die Bereitschaft, auf andere zuzugehen. Verwechseln Sie diese Haltung aber nicht mit der »Brust-raus-Bauch-rein-Position«, die eher auf Diszipliniertheit, Strenge und Verbissenheit schließen lässt und kaum Flexibilität demonstriert. Oder etwas lächerlich wirkt, wie bei jenen Männern, die im Freibad oder am Strand mit eingezogenem Bauch und gestreckter Brust herumspazieren. »Geknickt« oder »lustlos« wirkt dagegen, wer mit einem eingesunkenen Brustbein und hängenden Schultern geht oder steht.

Tipp

Eine natürliche und gute Grundhaltung zeugt nicht nur von Selbstsicherheit, sondern ist auch gut für Ihre Wirbelsäule. »Betonieren« Sie sich dafür mit beiden Beinen im Boden ein, wobei Ihre Fußspitzen leicht nach außen zeigen, und heben Sie Ihr Brustbein an.

2. Prüfen Sie Ihre Kopfhaltung!

»Ich bin nicht überheblich.« Wer dies behauptet, aber sein Gegenüber im Gespräch mit erhobenem Kopf ansieht, wirkt nicht sehr glaubwürdig. Mit Worten können wir vielleicht flunkern, aber unser Körper verrät die Wahrheit. Darum gilt es, auch auf die optimale Kopfhaltung zu achten. Eine gerade Kopfhaltung wirkt selbstsicher und neutral, doch wenn das Kinn nur ein klein wenig nach oben gestreckt wird, zeugt dies schon von Arroganz. Ein zurückgeworfener Kopf, der sich zusätzlich leicht nach hinten schiebt, vermittelt Distanz, ein gesenkter Verlegenheit und Schuldbewusstsein. Prüfen Sie also Ihre Kopfhaltung.

Stellen Sie sich vor, Sie balancieren ein imaginäres Buch auf Ihrem Kopf – so nehmen Sie automatisch die korrekte Kopfhaltung ein. Machen Sie zur Verdeutlichung einen kleinen Test vor dem Spiegel: Sagen Sie zu Ihrem Spiegelbild vier Mal den Satz: »Ich finde Sie sympathisch. und ändern Sie jedes Mal Ihre Kopfstellung: gerade Kopfhaltung, gesenkter Kopf, zurückgeworfener Kopf und seitlich geneigter Kopf. In welcher Kopfstellung wirkt die Aussage am authentischsten?

3. Achten Sie auf »Armbarrieren«!

Generell werden Armbarrieren als defensive Körperhaltung bezeichnet. Die häufigste Armbarriere ist das Verschränken der Arme. Es bietet uns Schutz vor einer »Bedrohung«, doch meist verwenden wir diese Geste einfach, weil sie bequem ist. Eine typische Zuhörerhaltung, die wir einnehmen, wenn wir nicht handeln müssen, unsere Hände im Moment nicht brauchen.

Nachteil dieser passiven Haltung: Ihr Gegenüber stuft eine solche Körperhaltung sehr leicht als ablehnende und abweisende Geste ein, selbst wenn dies nicht der Fall ist. Amerikanische Studien haben ergeben, dass ein Verschränken der Arme und Beine dazu führt, dass wir in dieser Position bis zu 38 Prozent weniger Informationen aufnehmen. Wir schenken unserem Gegenüber
in dieser Körperhaltung also deutlich weniger Aufmerksamkeit.

4. Komm mir nicht zu nahe!

Jeder von uns lebt in seiner persönlichen »Raumblase«. Und nicht jeden lassen wir in diese Zone hinein. Von vorne, also frontal, haben wir ein größeres Distanzbedürfnis als aus seitlicher Richtung. Mehr Nähe gewähren wir außerdem Personen, die uns vertrauter sind als andere. Wie schaffen wir es aber,möglichst schnell eine vertraute Beziehung zu unserem Gegenüber aufzubauen?

Ganz einfach: Stellen Sie sich seitlich in einem 45-Grad-Winkel zu Ihrem Gesprächspartner. Diese Distanz wird meist als angenehm und nicht bedrohlich oder aufdringlich empfunden. Sollte Ihr Gegenüber diese Nähe trotzdem als unbehaglich empfinden, können Sie dies an folgenden Signalen erkennen:

  • häufiges Wechseln der Beinstellung
  • Klopfen mit dem Fuß
  • Aufstellen der Fußspitze
  • Verschränken der Arme
  • Ein Arm hält den anderen fest
  • Die Beine kreuzen sich
  • Abwehrende Armbewegungen
  • Ein Blick, der von unten nach oben kommt oder Sie sogar »durchbohrt«

Diese Anzeichen können Signale für ein Eindringen in die persönliche Zone Ihres Gegenübers sein, oder sind ein Zeichen dafür, dass sich Ihr Gesprächspartner entfernen möchte. Geben Sie in diesem Fall Ihrem Partner mehr Raum und achten Sie auf mögliche Änderungen in punkto Körpersprache.

Übrigens: Aus dem Abstand zwischen zwei Menschen, die sich küssen, erkennen wir die Art ihrer Beziehung: Beträgt der Abstand beider Personen im Bereich der Körpermitte weniger als 15 cm, handelt es sich um eine intime Beziehung. Erweitert sich der Beckenabstand auf über 15 cm, lässt die erotische Anziehungskraft zwischen den Partnern langsam nach.

5. LMAA

LMAA? – Ganz einfach: »Lächle mehr als alle anderen!« »Das Lächeln ist die kürzeste Verbindung zwischen zwei Menschen.« »Ein Lächeln ist die schönste Form, anderen die Zähne zu zeigen.« »Ein Lächeln steckt an wie eine Grippe, macht süchtig wie eine Droge und ist gleichzeitig Balsam für die Seele.«

Wie wahr doch diese häufig zitierten Aussagen sind. Wussten Sie außerdem, dass ein Lächeln 50 Prozent weniger Muskeln beansprucht als das Schneiden einer ernsten Grimasse? Aber achten Sie auf ein authentisches Lächeln: Zuerst sollten Ihre Augen lachen und dann Ihr Mund. Ein authentisches Lächeln ist begleitet von hochgezogenen Wangen, kleinen Hautverdickungen und Fältchen unter den Augen sowie dem Senken der Augenbrauen. Ein fingiertes Lächeln erkennen wir an den nicht aktiven Muskeln rund um die Augen. Ein falsches Lächeln bricht oft abrupt ab oder verschwindet stufenweise vom Gesicht.

6. Ein Blick sagt mehr als tausend Worte

Unsere Augen sind von starker Ausdruckskraft und unser Blick verrät mehr über unser Innenleben als wir vielleicht denken. Ein offener Blick – eine Person also einen Gedanken lang anzusehen – demonstriert meinem Gegenüber die Bereitschaft zur Kontaktaufnahme und wirkt sympathisch. Wer einen anderen dagegen im wahrsten Sinne des Wortes »keines Blickes würdigt«, wirkt arrogant, überheblich oder unsicher.

Achtung: Ein zu langes und intensives Anstarren Ihres Gegenübers kann jedoch unangenehm wirken. Vermeiden Sie einen solch fokussierenden Blick.

Auch zusammengekniffene Augenbraunen werden als Bedrohung wahrgenommen. Ein Blick, der übrigens oft automatisch von kurzsichtigen Menschen eingenommen wird – sie fokussierenden das Ziel und schärfen so ihren Blick. Achten Sie also besonders auf diese Angewohnheit, wenn Sie schlecht sehen, denn ein solcher Blick fördert nicht gerade die Sympathie.

Zur Info: Geweitete Pupillen demonstrieren generell echtes Interesse und haben eine positivere Wirkung als kleine Pupillen. Unsere Pupillen weiten sich, wenn wir etwas sehen, das wir mögen oder anziehend finden. Sie verengen sich, wenn uns etwas missfällt. Die unbeabsichtigte Pupillenerweiterung tritt unabhängig von der Helligkeit des Umfelds auf.

7. Wer darf wen berühren?

Ein Berühren des Gesprächspartners am Unter- oder Oberarm ist immer ein Hinweis für Sympathie dem anderen gegenüber. Doch wo und wer darf sein Gegenüber berühren? Frauen haben hier leichteres Spiel, denn sie können sowohl Frauen als auch Männer bedenkenlos im Gespräch berühren. Selbstverständlich sollten Sie nicht ständig Ihren Vorgesetzten am Unterarm und schon gar nicht am Oberarm anfassen – denn hier kommt die entscheidende Statusfrage ins Spiel. Der »Mächtigere« kann den Unterlegenen berühren. Männer zögern daher selten, Frauen zu berühren, berühren aber weniger häufig andere Männer.

Auch die Berührungsintensität ist entscheidend und außerdem abhängig von kulturellen Unterschieden. So könnten beispielsweise Begegnungen zwischen eher zurückhaltenden Engländern und lebhaften Puerto Ricanern problematisch werden. Warum? Eine Studie hat ergeben, dass ein Engländer seinem Gesprächspartner in 60 Minuten kaum berührt, im Gegensatz zu einem Puerto Ricaner, der in der gleichen Zeit rund 180 Mal Körperkontakt mit seinem Gegenüber sucht. Ein Zusammentreffen dieser beiden Kulturen könnte also schwierig verlaufen. Der Brite wird den Puerto Ricaner als aufdringlich empfinden und der Puerto Ricaner den Briten als uninteressiert und gleichgültig. Sehr »kontaktreiche« Kulturen sind unter anderem Araber, Lateinamerikaner, Griechen, Türken, einige amerikanische und einige afrikanische Kulturen.

So genannte »kontaktarme « Kulturen sind dagegen Nordeuropäer, US-Amerikaner, Kanadier und Asiaten. Wenn Sie diese Regeln befolgen, ist eines sicher: Ihre Mitmenschen werden Sie ohne Zweifel als sympathisch, respektvoll und offen empfinden. Vergessen Sie aber nicht, was die »Geheimzutat« für eine wirklich charismatische Ausstrahlung ist. Nur wenn Sie mit sich im Reinen sind, sich selbst so annehmen und mögen, wie Sie sind, mit all Ihren guten und schlechten Seiten, sind Sie in der Lage, Ihre volle Ausstrahlungskraft zu entfalten und gleichzeitig den Menschen in Ihrer Umgebung Ihre ganze Aufmerksamkeit zukommen zu lassen. Nur dann können Sie wirklich zum Charismatiker werden!

Tipp

Um schnell eine vertraute Situation zwischen Ihnen und Ihrem Gesprächspartner zu schaffen, berühren Sie Ihren Gesprächspartner immer wieder leicht am Unterarm, zeigen Sie ein leichtes, teilnahmsvolles Nicken beim Zuhören und verstärken Sie das Gesagte Ihres Gegenübers durch zustimmende Laute wie »ah, oh, mmh«.

Ihre Monika Matschnig,
Expertin für Körpersprache, Wirkung und Performance

Bild: tobrono / Shutterstock.com


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