Irritiere deine Trigger

Unterbrechen sie Ihre Trigger

Wie Sie unliebsame Gefühle positiv steuern können

Immer wenn Ihr Chef Ihr Büro betritt, verspüren Sie schlagartig einen Kloss im Hals und stottern nur noch unzusammenhängende Dinge. Oder Sie brauchen nur die „Boah-Kein Bock-Haltung“ Ihres Teenagers sehen und der Groll steigt in Ihnen hoch. Sie hören das schrille Lachen einer Person und finden sie super-doof.

Jeder von uns kennt solche oder ähnliche Situationen. Sehen Sie immer die dunklen Wolken aufziehen? Grübeln Sie immer wieder mal? Ärgern Sie sich, wegen Lächerlichkeiten? Beziehen Sie alles auf sich selbst? Fühlen sich unzulänglich oder ängstlich? Wenn ja, dann herzlich willkommen im Club der Getriggerten!

Wir alle sind voll mit diesen Triggern, die in uns einen Gedanken/eine Erinnerung auslösen und somit ein Gefühl entstehen lassen, das zu einem bestimmten Verhalten führt. Diese Trigger können zu starken oder milden, positiven oder leidvollen Reaktionen führen. Die Trigger, die zu einem leidvollen oder respektlosen Verhalten führen, sollten unterbrochen und in eine positive Richtung gelenkt werden. Damit schützen wir uns selbst und die anderen.

Unser neuronales Erlebnisnetzwerk

Zuvor sollten wir aber das Verständnis für die Macht von emotionalen Erlebnissen haben. Einfach dargestellt, bedeutet dies: Ein emotionales Erlebnis speichert sich im Gehirn ab. Es entsteht ein neuronales Erlebnisnetzwerk. Umso intensiver das Erlebnis war, desto eher wird es im neuronalen Erlebnisnetzwerk verankert. Erlebnisse ohne emotionale Komponente verschwinden im Nirvana des Gehirns und haben keine Auswirkung. Oder können Sie sich heute noch erinnern, wie Sie die Haustüre aufgesperrt haben? Sie erinnern sich nur an die Erlebnisse, die mit Emotionen verbunden waren.

Der kognitive Triangel – immer gegenseitig beeinflussend

Aus der kognitiven Verhaltenstherapie ist bekannt, dass erstens Gedanken, zweitens Emotionen und drittens Verhalten sich wechselseitig beeinflussen. Man nennt es den kognitiven Triangel. Nehmen wir an, es gibt eine bestimmte Situation, die den kognitiven Triangel eines Vorgesetzten triggert. Was ist das? Die schlürfende Haltung eines Mitarbeiters. Das erinnert ihn an einen früheren Arbeitskollegen, mit dem er permanent Zoff hatte. Er war leistungsschwach und illoyal. Sieht der Vorgesetzte diese Haltung des Mitarbeiters, was passiert nun in seinem neuronalen Netzwerk?

  1. Gedanken poppen in ihm auf wie „Der ist schon wieder vollkommen unmotiviert! So kann man keine Leistung erbringen! Wofür wird er bezahlt?“
  2. Die Emotion Ärger steigt in ihm hoch. Emotionen haben psychische und physische Komponenten: Der Blutdruck steigt an, die Herzfrequenz wird schneller, der Gesichtsausdruck hart, der Körper steht unter Spannung.
  3. Sein Verhalten: Er knallt der Assistentin (!) die Unterlagen auf den Tisch und antwortet: „Von Ihnen erwarte ich mir mehr Leistung!“ Die Assistentin weiß nicht, wie ihr geschieht, reagiert vielleicht mit Selbstvorwürfen und fühlt sich schlecht. Das nächste Mal, wenn Sie den Chef sieht, macht sich in ihr ein unangenehmes Gefühl breit…. Der Chef, ist nun ein unangenehmer Trigger. Bravo.

Was wäre nun die Lösung, damit der Chef nicht den aufkommenden Ärger im Unternehmen verbreitet. Das neuronale Netzwerk muss irritiert werden!

Im kognitiven Triangel – Gedanken, Emotion, Verhalten – muss ein Element irritiert werden. So geben Sie dem neuronalen Erlebnisnetzwerk keine Chance zum Feuern.

Die 2 Lösungsschritte:

  1. Der Trigger muss bekannt sein – in diesem Fall schleifender Gang
  2. Es steigt die Emotion Ärger hoch und hier müssen Sie ansetzen. Der Clou ist, etwas vollkommen anderes zu tun, zu denken oder zu erfühlen. Und schon ist der Trigger unterbrochen.

Angenommen der Vorgesetzte spürt den Ärger aufgrund des schleifenden Gangs hochkommen, dann könnte er sich einfach mal um die eigene Achse drehen oder sich kurz auf einen Stuhl setzen oder die Arme kreisen und der Trigger verliert an Stärke. Wahrscheinlich muss er dann über sich selbst lachen. Wunderbar.

Die Assistentin könnte kognitiv, also gedanklich arbeiten, indem sie einfach die Schublade aufzieht und darin das Bild ihrer beiden geliebten Kinder vorfindet.

Was könnte Ihr positiver Anker für Ihren Club der Marotten sein? Was wäre ein Verhalten, ein Gedanke oder ein herbeiprojiziertes Gefühl, um das neuronalen Erlebnisnetzwerke zu irritieren? Ein Ring? Ein Talisman? Ein Musikstück? Es darf alles sein, womit Sie ein positives Gefühl verbinden! Damit tun Sie sich und anderen was Gutes, denn das was du aussendest kehrt zu dir zurück!

Aber merken Sie sich: Was einmal funktioniert, muss nicht immer funktionieren. Wir sind keine Maschinen. Aber das macht nichts, dann suchen Sie sich einen neuen positiven Anker!

Ihre Monika Matschnig,
Expertin für Körpersprache, Wirkung und Performance


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