Körper und Psyche

Körper und Psyche

Zwei dicke Freunde

Wenn wir den Zusammenhang zwischen Körper und Geist einmal unter die Lupe nehmen, stellen wir fest, dass unsere Wahrnehmung auf drei Säulen beruht: Gefühl, Verstand und Intuition. Das Gefühl betrifft unsere Seele, der Verstand unser Denken und das Handeln unseren Körper – drei Elemente, zwischen denen ein ständiges Wechselspiel herrscht.

Wenn Menschen denken und fühlen, tun sie es also nicht als körperloser Gegenstand. Im Gegenteil: Das Empfinden eines Menschen spiegelt sich in seiner Körpersprache wider und umgekehrt gibt auch das äußere Verhalten eines Menschen Aufschluss über seine innere Haltung. Das Entscheidende dabei: Nur wenn beide Aspekte kongruent und stimmig sind, wirken wir wahrhaft authentisch und natürlich. Sprechen Körper und Geist dagegen nicht die gleiche Sprache, nimmt unsere Umwelt das – wenn auch unbewusst – sofort wahr und empfindet unser Auftreten als unecht und aufgesetzt.

Die sichtbare Verbundenheit von Körper und Geist ist auch durch zahlreiche wissenschaftliche Untersuchungen bestätigt, die beispielsweise bewiesen haben, dass eine gekrümmte Körperhaltung eher zu depressiven Gedanken und Mutlosigkeit führt, oder dass ein Kopfnicken – speziell in unserem Kulturkreis – zustimmende und ein Kopfschütteln ablehnende Gedanken erzeugt.

Sie glauben das nicht? Dann probieren Sie doch einfach mal folgende Übungen aus und überzeugen Sie sich persönlich davon, wie nachhaltig Ihre Körpersprache auf Ihre Gefühlswelt einwirken kann.

Übung 1: Nonverbale Suggestionsfrage

Ob bei der Auswahl des Kinofilms oder des nächsten Urlaubsziels – beeinflussen Sie Ihren Gesprächspartner zu Ihren Gunsten, indem Sie ihm die Antwort dieses Mal nicht in den Mund, sondern sozusagen »in den Körper« legen. Verpacken Sie dazu Ihren Wunsch in eine Frage und nicken Sie schon im Vorfeld der Fragestellung ganz leicht mit dem Kopf. So übertragen Sie Ihre eigene Zustimmung auf Ihr Gegenüber und erhöhen die Wahrscheinlichkeit, dass er Ihrem Vorschlag beipflichtet. Ob Ihr Gesprächspartner Ihre Meinung teilt, können Sie übrigens direkt erkennen – daran, dass er nickt, noch bevor er Ihnen sein mündliches Okay gegeben hat.

Übung 2: Viel Müh’ ohne Not

Schrecken Sie auch vor einem Selbsttest nicht zurück! Stellen Sie sich vor, Sie erhalten eine zermürbende Botschaft. Sie setzen sich niedergeschlagen und völlig kraftlos hin, Ihr Brustkorb ist eingefallen, die Schultern hängen nach vorne. Sie neigen Ihren Kopf zu Boden und versuchen eine möglichst leblose Mimik aufzusetzen.

Wenn Sie nun versuchen, einen positiven Gedanken zu fassen, wird es Ihnen nicht gelingen, denn Ihr Körper signalisiert etwas anderes! Das Gleiche gilt natürlich auch für negative Gefühle, die durch eine bestimmte Haltung ohne Weiteres blockiert werden können. Versuchen Sie in so einer Situation einmal folgenden Trick: Denken Sie intensiv an Ihre Lieblingsspeise. Rollen Sie mit hochgezogenen Augenbrauen Ihre Augen, schlecken Sie mit Ihrer Zunge genüsslich über Ihren Mund. Wenn Sie jetzt versuchen, negativ zu denken, wird Ihnen das sicherlich schwerfallen.

Wie kommt es dazu?

An diesem einfachen Beispiel sehen Sie, wie Sie mit positiven Erinnerungen und der Körperhaltung negative Gedanken beeinflussen können. Doch wie kommt es dazu?

Die Erklärung liefert unser Lernverhalten: Wir Menschen sind von Kopf bis Fuß konditioniert. Alles, was uns bewegt, wird unmittelbar mit bisher gemachten Erfahrungen verglichen – rational mit dem Gelernten, emotional mit dem Gefühlten oder intuitiv mit unserem globalen, unterbewussten Wissen. Da sich diese Erfahrungen tief in unsere Zellen eingeprägt haben, müssen wir eine Handlung nicht einmal vollziehen, um ihre Folgen emotional und körperlich zu spüren. Die bloße Vorstellung daran löst bei uns reflexartig die damit verbundenen Gefühle und physischen Reaktionen aus. Stellen Sie sich nur einmal vor, wie Sie den Saft einer frisch gepressten Limonenhälfte schlucken. Zieht sich Ihr Mund schon zusammen?

Ihre Monika Matschnig,

Expertin für Körpersprache, Wirkung und Performance


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