Ein Überblick über die Macht der Gesten

die macht der gesten

Unterschätzen Sie die Wirkung ausdrucksstarker Gesten nicht

Die redet ja mit Händen und Füßen. Das sagen wir, wenn jemand besonders stark gestikuliert. Während Gestik ganz allgemein alle bewussten oder unbewusste Körperbewegungen umfasst, durch die wir mit uns selbst oder mit anderen kommunizieren, meinen wir mit Gestikulation nur die redebegleitenden Körperbewegungen. Gesten werden vorwiegend mit Armen, Händen, Kopf ausgeführt. Erst durch das Zusammenspiel dieser Körperteile erhält die Geste Wirkung. Unsere Hände können wir dabei am besten steuern, durch sie übermitteln wir Informationen sehr differenziert. Ein Wink, ein ausgestreckter Finger oder eine Faust, schon werden wir verstanden.

Wer gestikuliert, wird als Sprecher wahrgenommen. Die Zuhörer machen keine Gesten, außer sie wollen dem Sprechenden ein Zeichen geben. Gestikulieren wir, dann wirken wir offener, eloquenter, erzeugen mehr Aufmerksamkeit und modulieren stärker mit der Stimme. Unterstreicht eine Sprecherin ihre Worte mit einer Geste, kann dies die Wirkung massiv erhöhen. Gesten illustrieren, verstärken, strukturieren, schwächen ab, sie können Gedankenverläufe sogar nachzeichnen. Komplette Worte, Sätze, Einstellungen lassen sich durch Gesten ersetzen.

Die meisten unterschätzen die Wirkung ausdrucksstarker Gesten aber immer noch.

Viele Manager begehen den Fehler und verharren bei Vorträgen in einer Schraubstockhaltung, passend zur Schwere der meist viel zu kompliziert geschriebenen Rede. Das wirkt unrealistisch und entfremdet. Politiker hingegen können sich in Rage reden, ihre Arme sind plötzlich lauter als die Worte.

Auf den Körper gerichtete Gesten vs. vom Körper gerichtete Gesten

Schauen wir uns die Gestik genauer an. Gesten können auf den eigenen Körper gerichtet oder von diesem gerichtet sein.

Auf den Körper gerichtete Gesten dienen dazu, die eigene Erregung oder Anspannung abzuleiten oder zu steigern. Dazu zählt man Schutz-, Abwehrgesten oder Manipulationen am eigenen Körper.  Diese Gesten erfolgen eher unbewusst. Es sind adaptive Reaktionen, sogenannte Selbstberuhigungs-Signale, um uns selbst zu entspannen. Am häufigsten treten diese kurz nach einem stressigen Erlebnis auf. Zum Beispiel, wenn ein Politiker auf sehr unangenehme Fragen von Journalisten reagiert. Oder bei Verhandlungspartnern, wenn es in die heiße Phase des Vertragsabschlusses geht. In solchen Situationen kann man oft zupfende, wischende Bewegungen an der Kleidung, ein Kratzen im Halsbereich oder das Reiben von Zeigefinger und Daumen beobachten. Manche Gesten erkennen wir sofort, andere sind sehr subtil. Auf den Körper bezogene Gesten können auch Empfindungen, Gefühle ausdrücken. Sind wir verärgert, ballt sich eine Hand zur Faust. Sind wir nervös, zittern die Finger.

Wie sieht es mit Gesten aus, die vom Körper weggerichtet sind? Sie dienen der Interaktion mit anderen Menschen. Sprache und Gesten wirken hierbei zusammen, um einen Gedanken wiederzugeben. Zum Beispiel, wenn jemand Aufzählungen macht – erstens, zweitens, drittens – und dazu die Finger nacheinander in die Luft hebt. Das verstärkt seine Worte, sie erhöhen die Aufmerksamkeit und sorgen für eine dynamische Sprechweise.

Unsere Gestik zeichnet aus, dass sie gut kontrollierbar ist und wir sie bewusst einsetzen können. Deshalb wird sie in Politik und Wirtschaft besonders häufig professionell genutzt. Doch auch der sparsame Einsatz der Gestik kann sinnvoll sein.

Mächtige Personen setzen Gesten pointiert und effektiv ein. Je weniger Gesten, desto höher die Position.

Merken Sie sich: Setzen Sie korrekt Gesten ein, dann können Sie die Worte verstärken, Emotionen preisgeben, Ihre Stimme wirkt dynamischer, die Botschaft wird verstärkt und Sie erzeugen Aufmerksamkeit!

Ihre Monika Matschnig,
Expertin für Körpersprache, Wirkung und Performance

Illustration: Jka / Shutterstock.com


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