Gruselkabinett Videokonferenzen

Einen guten Eindruck bei Videokonferenzen hinterlassen

Einen wirkungsvollen Eindruck hinterlassen

Homeoffice ist nun selbstverständlich! Bei Videokonferenzen gibt es Verbesserungsbedarf. In den letzten Wochen erlebte ich so einige Gruselauftritte. Einige wirkten als wäre das Badezimmer von Covid-19 befallen, Schweiß perlt von der Selbstoptimierungseinheit über das Gesicht, Dauergrinser, Paralysierte, Smartphone-Tipper, Schreibstuhl-Lümmler, ADHS-Befallene, Motivationsunterversorgte. Es war eine Komödie, eine gruselige. Wir zoomen, skypen für den Job. Hier ist Performance erforderlich.

Video heißt „Ich sehe dich!“.  Bei Videokonferenzen wirkt Ihr Verhalten und Ihre Wirkung intensiver als im realen Gespräch.

Videokonferenzen sind zeitintensiv und ja, anstrengend. Damit diese genauso effektiv wie Face-to-Face-Meetings sind, sollten Regeln eingehalten werden: Rechtzeitig einsteigen, mit der Technik vertraut sein, Ton sollte funktionieren, klare Kommunikation.

Schnell umsetzbare Tipps, die einen wirkungsvollen Eindruck hinterlassen:

Licht: Leuchten Sie den Raum gut aus. Starkes Gegenlicht und direkte Sonneneinstrahlung sollten Sie meiden, da das Bild sonst verblasst oder Sie sehr dunkel wirken. Tipp: Achten Sie auf indirekte Lichtquellen.

Hintergrund: Achten Sie auf einen ordentlichen Hintergrund. Eine nur weiße oder sehr dunkle Wand lässt Sie blass erscheinen. Der Klassiker sind zurzeit ordentliche Bücherregale oder Kunstwerke im Hintergrund. Entfernen Sie auch leere Kaffeetassen, Essensreste und ordnen Sie den Schreibtisch. Tipp: Vorher über Video den Hintergrund testen.

Kameraposition: Nicht zu tief und nicht zu hoch. Die Kamera sollte ungefähr in Augenhöhe sein. Von unten gefilmt wirken die wenigsten Menschen attraktiv. Ihr Oberkörper sollte sichtbar sein. Tipp: Einige dicke Schmöker eignen sich wunderbar, um Sie in die passende Kameraposition zu bringen.

Kleidung: Es muss nicht das Hemd und Sakko sein. Aber bitte unterlassen Sie zerknitterte T-Shirts, ausgeleierte Hoodies, kleinkariertes, kleingemustertes. Ein gepflegtes Äußeres hinterlässt einen positiven ersten Eindruck. Tipp: Bluse, elegantes Shirt, Hemd, Polos funktionieren immer.

Sitzhaltung: Nehmen Sie eine aufrechte Sitzhaltung ein. Strecken Sie Ihr Kreuz durch. Balancieren Sie ein virtuelles Buch am Kopf, das wirkt kompetent. Tipp: Machen Sie sich drei Zentimeter größer!

Gesten: Wenn Sie sprechen, dann unterstreichen Sie das Gesagte mit den Händen. Wichtig: Bei Videokonferenzen wirken Gesten intensiver. Deshalb kleinere Gesten einsetzen und diese ruhiger ausführen. Schnelle und große Bewegungen in Richtung Kamera wirken auf die Videokonferenz-Teilnehmer schreiend und lenken enorm vom Gesagten ab. Tipp: Unterarme auf den Tisch legen. So neigen Sie sich leicht nach vorne, es wirkt aktiv und interessiert.

Blick: Blicken Sie in Richtung Kamera, wenn Sie sprechen. Arbeiten Sie aktiv mit Ihrer Gesichtsmuskulatur.  Halten Sie auch zum Größenteil den Blickkontakt, wenn andere sprechen. Schauen Sie weg, dann wirken Sie desinteressiert oder unkonzentriert. Tipp: Schneiden Sie vorher Grimassen und aktivieren Sie Ihre Gesichtsmuskulatur.

Sei freundlich: Ein freundliches Gesicht sorgt für Bonuspunkte. Tipp: Positionieren Sie einen kleinen Smiley an Ihrem Laptop. Der sorgt für das Quäntchen an Freundlichkeit.

Nächsten Freitag gibt es den zweiten Teil zum Thema Videokonferenzen und Sie erhalten Tipps zu verräterischen Signalen – die Sie auch am Bildschirm erkennen können.

Ihre Monika Matschnig,

Expertin für Körpersprache, Wirkung und Performance

Bild: Gular Samadova / Shutterstock.com


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